Handlungsfelder

Regionale Wasserknappheit

Die jahreszeitliche Verschiebung der Niederschläge, die sommerliche Trockenperioden verlängert, reduziert die Grundwasserneubildung im Sommer. Die verringerte Versickerung von Niederschlägen aus Starkregenereig­nissen in ausgetrocknete Böden verstärkt das Phänomen insbesondere nach längeren Trockenperioden. Der Wasser­bedarf von Bäumen ist ein weiterer Faktor, der die Grundwasserneubildung im Sommer beeinträchtigt. In der Folge der drei Einflussfaktoren sinkt der Grundwasserspiegel und der Boden trocknet aus. Damit geht eine verringerte Was­serverfügbarkeit für den urbanen Wasserkreislauf einher. Eine mögliche Konsequenz davon ist eine verschlechterte Grundwasserqualität, die wiederum einen zusätzlichen Aufwand für die Trinkwasserversorgung erfordert.

Die diskutierten Handlungsmöglichkeiten des Regional­plans bestehen in Festlegungen sowohl zur Sicherung und Schonung der Grundwasservorkommen als auch zur Nutzung des (Grund-)Wassers. Raumordnungsgebiete, die Flächen vorsorglich für die Trinkwassergewinnung sichern und ihre spätere Umwandlung in ein fachgesetzliches Trinkwasserschutzgebiet vorbereiten, bilden eine Handlungsoption zur Sicherung der Grundwasservorkommen. Als Anforderung an entsprechende Raumordnungsgebiete gilt, dass die Bereiche qualitativ und quantitativ geeignete Grundwasservorkommen enthalten, um die Wasserver­sorgung langfristig sicherzustellen. Diskutiert wird, Grundwasservorkommen regionalplanerisch zu sichern, indem Festlegungen auf grundwasserschonende Flächen­nutzungen hinwirken. Dazu können die Festlegungen Art und Intensität der Flächennutzung regeln, zum Beispiel die Flächenversiegelung reduzieren. Festlegungen zur Steuerung des Wasserverbrauchs schließen wasserintensive Nutzungen in Gebieten aus, die von Trockenheit besonders betroffen sind, oder weisen für deren Ansiedlung Flächen aus. Beispiele für derartige Nutzungen sind Gewerbe und Industrie mit einem hohen Brauchwasserbedarf, Siedlun­gen und Erholungsnutzungen mit hohem Wasserbedarf.

Exkurs

Die Hitzewelle im August 2003 verdeutlichte die Auswirkungen der Regionalen Wasserknappheit

Infolge einer langen Trockenphase und ausgebliebener Niederschläge führten die Flüsse bereits im Mai Niedrig­wasser. Diese Trockenperiode hielt an und führte im Zusammenhang mit der Hitzewelle zu großflächigen Ernte­ausfällen und zur Austrocknung von Flüssen und einigen Stauseen. Die Binnenschifffahrt musste an vielen Stellen aufgrund zu niedrigerer Flusspegel phasenweise eingestellt werden.

Steckbriefe

Good Practices

Die folgenden Festlegungen zeigen Wege auf, wie die Regi­onalplanung Wasserressourcen schützt. Folgende Intentio­nen liegen ihnen zugrunde:

  • Verhinderung der Grundwasser- und Gewässerbeein­trächtigung
  • Verhinderung der Grundwasserbeeinträchtigung
  • Schutz ober- und unterirdischer Wasservorkommen

 

Good Pratice
Verhinderung der Grundwasser- und Gewässerbeeinträchtigung

Good Pratice
Verhinderung der Grundwasserbeeinträchtigung

Good Pratice
Schutz ober- und unterirdischer Wasservorkommen